Interkultureller Garten Perivoli

Perivoli - Unser Garten!

“Perivoli – Unser Garten” ist ein Ort der interkulturellen Begegnung.

Perivoli ist eine grüne Oase mit eigenen Beeten und Grünflächen, die von der Gemeinschaft nach ökologischen Prinzipien gepflegt werden. Dort befinden sich zwei Lauben, viele Obstbäume, ein Fischteich, ein kleiner Brunnen, eine steinerne Grillecke, ein Lehmofen u.v.m.

Perivoli wurde 2002 von griechischen SeniorInnen initiiert und ist ein wunderbarer, 3500 Quadratmeter großer Garten in Trägerschaft unseres Vereins.

Der Garten wurde uns vom Bezirksamt Neukölln im Herbst 2002 zur Pacht gegeben. Damit ging unser lang gehegter Traum in Erfüllung. Wir arbeiten seit 2004 mit ehremamtlichen Mitarbeitern aus zehn verschiedenen Herkunftsländern.

Gärtner/innen aus Perivoli
Gärtner/innen aus Perivoli

Im Interkulturellen Garten entstehen Freundschaften durch das gemeinsame Anbauen – Teilen – Probieren und Experimentieren. Zwischen den einzelnen Parzellen gibt es keine Zäune. Wir legen großen Wert auf die Gemeinschaft und das Miteinander der Kulturen. Die Kultur des Gartens verbindet sich mit anderen kulturellen Aktivitäten: Interkulturelle Begegnungen, Schulungen, Musik- und Tanzdarbietungen, Grillfeste u.v.m.

Wir freuen uns auf Menschen unterschiedlicher Herkunft, die sich für unsere Arbeit interessieren. Unser Ziel ist es, das Miteinander zu fördern, voneinander zu lernen und einen Beitrag zur Integrationsarbeit zu leisten. Perivoli ist ein gelungenes, zukunftsweisendes Integrationsprojekt.

Was sind interkulturelle Gärten?

In Interkulturellen Gartenprojekten begegnen sich unterschiedliche ethnisch-kulturelle Hintergründe und auch verschiedene soziale Milieus, Lebensformen und Altersgruppen.Bei den in den Gärten Aktiven handelt es sich um Akteure, die häufig alles zurückgelassen haben -nicht nur Hab und Gut, sondern auch soziale Bindungen und Zugehörigkeiten.

Solche Zusammenhänge behutsam wiederherzustellen und den Menschen damit die Möglichkeit zu geben, ähnlich wie beim Wurzeln-Schlagen von Pflanzen neuen “Boden unter den Füßen” zu gewinnen, ist Sinn und Zweck dieser Projekte.

Gartenführung in Perivoli

Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren macht Interkulturelle Gärten zum privilegierten Ort der Produktion inter- oder transkulturellen Wissens. Dass dieses quasi als ein “Nebenprodukt” des Anbaus verschiedener Gartenfrüchte entsteht, ist vielleicht auch ein wesentlicher Grund für die Produktivität der hier stattfindenden Prozesse. Die Aktivitäten bzw. die soziale Praxis in den Gärten berührt die unterschiedlichsten Ebenen, und darin liegt zugleich ihre Besonderheit: Die praktische Ebene des gemeinsamen Anbaus von Gartenfrüchten schließt auch das Teilen und Organisieren von Raum und Zeit und die kulturelle Repräsentation und Reflexion des “Eigenen” gegenüber den jeweils anderen Kultur- bzw. Sinnzusammen-hängen ein. Dieses öffentlich stattfindende und daher auch (zumindest mikro-)politisch bedeutsame Spiel kultureller Repräsentation gibt den beteiligten kulturellen Gruppen die Möglichkeit des Bergens ihrer eigenen kulturellen Besitztümer, die nun in Prozessen des Vermittelns, Verhandelns und Anerkennens in Beziehung zu anderen gesetzt werden.

Marmelade aus Perivoli

Hierbei spielt auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Bearbeitung des Bodens und der sozialen Kreativität in den Gärten eine zentrale Rolle. Das bedeutet, dass das nährende Potenzial und der sinnlich-körperliche Austausch mit Natur, das gemeinsame Bearbeiten des Bodens, der zeitliche Prozess des Wachsens der Pflanzen sowie das Beschenktwerden durch die Ernte in ihrer Bedeutung eine wesentliche Voraussetzung für sozialen Erfolg ist. Die Gartenarbeit ist hier auch und in besonderem Maße eine Arbeit der Erinnerung und des Wiedereinbettens, die für die biografische Kontinuität der “Lebenserzählung” des Einzelnen bürgt und ihn hierdurch nicht nur körperlich, sondern auch ideell-kulturell “nährt”, sie ist aber zugleich mit jeder neuen Saison auch eine Investition in die Zukunft. Darüber hinaus sind die praktischen Verrichtungen der Gartenarbeit auch als sozial verbindende und sinnhafte Prozesse zu verstehen, die verschiedene Ebenen kollektiven und individuellen Seins kombinieren.

(Quelle: Stiftung Interkultur)

Lesen Sie hier mehr zum Konzept “Interkultureller Garten” auf den Seiten der Stiftung Interkultur, dem Dachverband für alle interkulturellen Gärten in Deutschland.

Hier finden Sie den Perivoli-Flyer zum Download. (pdf)

Hier finden Sie das Fotoalbum zum Tag der Offenen Tür am 19. Juli 2009.



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